Grundsteinlegung am Tulpenweg

Was gibt man einer Siedlung mit auf den Weg, die es erst in drei Jahren geben wird? Am Samstag, 29. August haben wir das gefeiert - mit Sonnenschein, vielen Gästen und einer Zeitkapsel für die Zukunft.

Am 29. August 2026 hat die BG Süd-Ost gemeinsam mit Projektbeteiligten, Genossenschafterinnen und Genossenschaftern sowie Gästen die Grundsteinlegung der neuen Siedlung Tulpenweg gefeiert. Im Mittelpunkt stand nicht nur das, was hier bis 2029 entsteht. Eine Zeitkapsel bewahrt Erinnerungen an die Gegenwart und persönliche Wünsche für das künftige Zusammenleben. 

Nach vielen Jahren der Planung ist die Grundsteinlegung ein wichtiger Meilenstein für die BG Süd-Ost. Direkt am Ueberlandpark entstehen 165 Wohnungen, ein Doppelkindergarten, ein Café, Gewerberäume, die neue Geschäftsstelle der BG Süd-Ost und verschiedene Räume für die Gemeinschaft. 

Ein Ort im Wandel

Der Tulpenweg entsteht an einem Ort, der sich in den vergangenen Jahren stark verändert hat. Wo die Autobahn das Quartier lange trennte, verbindet heute der Ueberlandpark die beiden Seiten Schwamendingens. 

In den Ansprachen zur Grundsteinlegung wurde mehrfach auf diese Entwicklung zurückgeblickt. Zugleich zeigt sich: Die grundlegenden Ziele der BG Süd-Ost haben sich über die Jahrzehnte kaum gewandelt. Bereits im Gründungsbericht von 1943 stand: 

"Es müssen Wohnverhältnisse geschaffen werden, die auch für Leute mit kleinem Einkommen erschwinglich sind."

Mehr als 80 Jahre später ist dieser Auftrag noch immer aktuell. Auch am Tulpenweg soll hochwertiger und bezahlbarer Wohnraum entstehen, in dem sich unterschiedliche Menschen zu Hause fühlen können. 

Sieben Häuser für den Tulpenweg

Das Projekt umfasst sieben unterschiedlich hohe Gebäude, die sich zwischen dem Ueberlandpark und dem künftigen Tulpenpark gruppieren. Mit vielen Bäumen, einer vielfältigen Bepflanzung sowie Spiel-, Aufenthalts- und Begegnungsorten soll ein grünes und lebendiges Wohnumfeld entstehen. 

Auch beim Bauen wird auf Nachhaltigkeit und Dauerhaftigkeit geachtet: Die Gebäude werden als Holz-Hybridbauten realisiert, ergänzt durch Photovoltaikanlagen und das Prinzip der Schwammstadt. 

Mehr als Wohnungen

Die neue Siedlung soll nicht nur Wohnraum schaffen, sondern auch das Zusammenleben fördern. Neben privaten Rückzugsorten entstehen deshalb verschiedene gemeinschaftliche und öffentlich zugängliche Räume. 

Das Café am Tulpenplatz, der Doppelkindergarten, die Park- und Gartenhöfe sowie die Wege zwischen den Häusern sollen Begegnungen ermöglichen. Der Tulpenweg soll sich zum Ueberlandpark und zum Quartier hin öffnen.

Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in einer Kapsel

Ein besondener Moment der Grundsteinlegung war das gemeinsame Verschliessen der Zeitkapsel. Sie enthält Dokumente, Bilder und Erinnerungen, die von der Entstehung des Projekts und von unserer heutigen Zeit erzählen: Unterlagen aus dem Wettbewerbsverfahren, eine Visualisierung des Projekts, ein Umgebungsplan und aktuelle Zeitdokumente. Ein kleiner Zweig steht symbolisch für die vielen Bäume, die später in der Siedlung wachsen werden.

Den persönlichen Teil bilden die zahlreichen Wünsche, welche Genossenschafter*innen für den Tulpenweg eingereicht haben. 

Eine Siedlung wird duch Menschen lebendig

Die Wünsche reichen von grossen Lebenswünschen wie Glück, Freude, Frieden, Gesundheit und Geborgenheit bis zu konkreten Vorstellungen für den Alltag: grosse Bäume, Grillplätze, eine engagierte Siedlungskommission. Ein Gedanke zieht sich durch fast alle Beiträge: Gemeinschaft. Sie wird mit Nachbarschaft, Hilfsbereitschaft, Begegnungen, Austausch, Mitdenken und Humor verbunden. 

Drei Wünsche aus der Sammlung bringen diese Hoffnungen besonders schön zum Ausdruck:

"Wir wünschen den Bewohner*innen viel Freude an der Gemeinschaft, weil das glücklich macht."

"Ein schönes Zuhause, in dem sie ganz lange bleiben wollen und ganz lange bleiben können."

"Ich wünsche allen künftigen Bewohner*innen ein friedliches, fröhliches und kreatives Zusammenleben."

Noch stehen wir auf der Baustelle und müssen uns vorstellen, wie das Leben am Tulpenweg einmal aussehen wird. Die Wünsche erinnern daran, dass eine Siedlung nicht allein durch Gebäude entsteht. Lebendig wird sie durch die Menschen, die dort wohnen, sich begegnen und gemeinsam Verantwortung übernehmen.

So gehen die Bauarbeiten weiter

Nach der Grundsteinlegung werden die Arbeiten der Baustelle fortgesetzt. Bis Ende 2026 stehen folgende Schritte an:

  • Tiefbau: Weil der Baugrund am Tulpenweg zum Teil aus ehemaligem Moor besteht, braucht es ein solides Fundament. Aktuell werden dafür grosse Pfähle bis zu 25 Meter tief in den Boden gebohrt. 
  • Bodenplatte: Im November wird die erste Bodenplatte betoniert - der Start für das Hochhaus. Danach folgen die weiteren sechs Häuser nacheinander in Etappen.
  • Kräne: Bis Weihnachten sollen zwei Kräne auf der Baustelle stehen - ein sichtbares Zeichen dafür, wie das Projekt an Fahrt aufnimmt. 

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